Frauenrechtlerin Seyran Ateş warnt: Der politische Islam übernimmt Deutschland

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Warnt vor einem Ausbreiten des politischen Islam: Seyran Ateş (Ibn-Rushd-Goethe-Moschee in Berlin-Moabit, 16. Juni 2017).

Deutschland braucht eine radikale Kurswende in seiner Politik gegenüber dem Islam. Das sagt Seyran Ateş, prominente Frauenrechtlerin und Anwältin. Sonst drohe das Land, vom politischen Islam übernommen zu werden und seine Freiheiten zu verlieren.

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Die Berliner Anwältin und Frauenrechtlerin Seyran Ateş hat zu einer Wende in der Islam-Politik aufgerufen und gewarnt, Deutschland könne in 30 Jahren vom politischen Islam dominiert werden, wenn es keine Kehrtwende im Umgang mit diesem gebe.

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In einem längeren Facebook-Post beschreibt Ateş das Aussehen des Landes, in dem man dann erwachen könnte:

In einem Land, in dem der politisch motivierte Islam seine Vormachtstellung nicht mehr nur gegenüber der restlichen Gemeinschaft der Muslime behauptet, sondern längst auf breite Schichten der Mehrheitsbevölkerung ausweiten konnte und mit seinem Stimmgewicht Wahlen zu seinen Gunsten entscheidet.

In einem Land, das aus Angst davor, für sich und seine Werte einzustehen, eine ganze Generation großwerden ließ, die nicht dazu bereit ist, den Geist des Grundgesetzes zu leben und weit mehr Daseinszweck aus radikalen Predigten auslandsfinanzierter und reaktionärer Gebetshäuser bezieht als aus dem Geist der Aufklärung, der dieses Land frei, offen und somit reich gemacht hat.

In einem Land, in dem die religiös begründete Unterdrückung der Frau wieder Ausmaße angenommen hat, die man in unsere Breiten vergessen geglaubt hatte – und basale Grund- und Freiheitsrechte plötzlich wieder zur Disposition stehen.

Ateş beklagt einen Vormarsch anti-aufklärerischer Gesinnungen, die Ignoranz gegenüber dessen Folgen werde den Deutschen ihre Freiheit kosten, erst in Teilen, dann vollständig. Sie wolle wie die Mehrheit der Deutschen nicht in einem solchen Land aufwachen und fordert, den Verantwortlichen klarzumachen, dass die Feinde der Toleranz nicht toleriert werden dürften.

Unter dem Post von Ateş entspann sich auf Facebook und Twitter eine kontroverse Debatte, die zeigte, wie polarisiert die Gesellschaft beim Thema Islam ist. Die Mehrzahl der Beiträge lobte Ateş, allerdings warfen ihr etliche Kritiker vor, die Meinungsfreiheit nicht zu respektieren und Positionen der AfD zu vertreten.

Seyran Ateş gilt als eine der profiliertesten Kritiker des politischen Islams und des islamischen Fundamentalismus. Während ihrer Tätigkeit als Anwältin wurde die gebürtige Türkin wiederholt bedroht und angegriffen und gab deshalb vorübergehend ihre Anwaltszulassung zurück.

Im Juni 2017 gründete sie in Berlin die Ibn-Rushd-Goethe-Moschee, um den Islam nach ihren Worten von innen heraus zu reformieren. Nachdem in sozialen Netzwerken über 100 Morddrohungen gegen sie verbreitet worden waren, erhielt sie von der Polizei verstärkten Personenschutz. 

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Originalartikel hier: RT Deutsch

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