Nur ein Versehen? Youtube sperrt Konto von Bellingcat-Gründer und gibt es eiligst wieder frei

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Vorübergehend auf YouTube gesperrt: Bellingcat-Gründer Eliot Higgins

Mainstreammedien berufen sich häufig auf die Plattform “Bellingcat”, wenn es darum geht, Russland eines Verbrechens zu bezichtigen. Youtube sperrte am Donnerstag Bellingcat-Gründer Eliot Higgins das Konto – um es in rekordverdächtiger Zeit wieder freizugeben.

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Am Donnerstag sperrte Youtube das Konto von Eliot Higgins, Begründer und prominentester Vertreter der Rechercheplattform “Bellingcat”. Higgins gab die Sperre auf Twitter bekannt und beschwerte sich darüber, dass es die Videoplattform offenbar auf “Open-Source-Ermittler” abgesehen hätte. “Es ist ja nicht so, dass sie nicht wissen, wer Bellingcat ist”, ärgerte er sich in einem nachfolgenden Tweet.

Das Konto wurde nach einer Überprüfung “aufgrund wiederholter oder schwerer Verstöße” gegen die Community-Richtlinien gesperrt, wie ein Screenshot von Higgins zeigt. 

Dessen Sorge war jedoch nur von kurzer Dauer. Innerhalb von nicht einmal zwei Stunden konnte Higgins sein Konto wiederherstellen lassen.

Der Brite – ein ehemaliger Unterwäscheverkäufer ohne militärischen Hintergrund oder Erfahrung in der Waffenanalyse – erlangte in westlichen Mainstreammedien Berühmtheit, als er anfing, die Ergebnisse seiner Open-Source-“Untersuchungen” zu bloggen.


Voll auf NATO-Linie: Immer gegen Russland

Praktischerweise lagen diese bei allen relevanten internationalen Konfliktfeldern auf der Linie der NATO und stets war Russland der Schuldige. Ob im Fall des Abschusses des malaysischen Fluges MH17 in der Ostukraine, Giftgaseinsätze in Syrien oder dem Attentat auf die Skripals, Bellingcat kennt immer die genauen Umstände und benennt die Täter – auch wenn die Mitarbeiter der Plattform nie vor Ort recherchierten und sich nach eigener Aussage allein auf die Auswertung öffentlich zugänglicher Quellen beschränken.   

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Higgins räumte 2016 in einem Interview mit der Deutschen Welle ein, dass Russlands “Lügen” den Kern der Untersuchungen seines Recherchenetzwerkes darstellten. Und diese Vorgehensweise zahlt sich aus: Bellingcat wird unter anderen von George Soros’ Open Society Foundation (OSF) und dem vom US-Kongress gesponserten National Endowment for Democracy (NED) finanziert. Ein weiterer Finanzier ist die extrem antirussisch aufgestellte US-Denkfabrik Atlantic Council, die sich für die globale Vorherrschaft der USA stark macht und beispielsweise zu Terroranschlägen auf die Krim-Brücke aufruft. Konsequenterweise ist Higgins wissenschaftlicher Mitarbeiter des Think Tanks. 

Warum dessen Konto überhaupt gesperrt wurde, bleibt ein Geheimnis. Vielleicht hat jemand bei Youtube einfach nur einen Fehler gemacht. Die Geschwindigkeit, mit der das Konto wiederhergestellt wurde, deutet jedenfalls auf ein schnelles Eingreifen von Higgins und seinen einflussreichen Freunden hin.

Aber es gibt viele Gründe, warum Higgins umstritten bleibt – Youtube-Sperre hin oder her. Als der Brite behauptete, dass die syrische Regierung hinter einem Chemiewaffenangriff auf Chan Scheichun im Jahr 2017 steckt, wurde seine Analyse vom MIT-Professor und Chemiewaffenexperten Theodore Postol angefochten. In seinem eigenen 14-seitigen Bericht kam Postol zu dem Schluss, dass die Bellingcat-Analyse “nicht wahr sein kann”.

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Higgins verweigerte sich zunächst einer Debatte mit Postol, den er als “Idioten” und als “einen Witz” bezeichnete. Als er schließlich einer Debatte zustimmte, beschuldigte Postol ihn währenddessen der Datenfälschung und legte dar, wie es dem Bellingcat-Gründer an der nötigen Expertise mangelt.

Fall MH17: Bellingcat steckt hinter der Anklage gegen Russland

Higgins beziehungsweise Bellingcat spielen eine zentrale Rolle dabei, im Fall MH17 Russland die Schuld zuzuweisen. Das von den Niederlanden geführte “Joint Investigation Team” macht Russland für den Abschuss verantwortlich. Die Vorwürfe basieren vor allem auf den Recherchen von Bellingcat. Und diese haben sich im Zusammenhang mit dem Ukraine-Konflikt und dem Fall MH17 in der Vergangenheit bereits mehrfach als falsch erweisen.

Steckt Putin auch unter dieser Sturmhaube?

So behauptete Higgins, dass Russland im Jahr 2014 während der Kämpfe zwischen ukrainischen Streitkräften und Separatisten Raketen auf die Ostukraine abgeschossen habe. Um das zu beweisen, analysierte er Luftaufnahmen von Einschlagskratern. Aber auch in diesem Fall wurde von einem echten Profi, dem Waffenexperten Stephen Johnson, herausgefordert. Laut ihm sei Higgins Krateranalyse “hoch experimentell und anfällig für Ungenauigkeiten”.

Der Verteidigungs- und Sicherheitsanalytiker Richard Galustian sagte gegenüber RT im Jahr 2015, dass Higgins ein “kompletter Betrüger” und ein “Sesselanalytiker” sei, der sich auf nicht überprüfbare und potenziell “manipulierte” Quellen aus den Sozialem Medien verlasse.

Als Higgins eine “Analyse” russischer Satellitendaten durchführte, die nach dem Absturz von Flug MH17 veröffentlicht wurden, und anschließend behauptete, diese seien manipuliert worden, wurden seine investigativen Fähigkeiten erneut in Frage gestellt. Der Bildforensiker Jens Kriese warf Bellingcat daraufhin vor, “Kaffeesatzleserei” zu betreiben. Auch der Entwickler der von Bellingcat bei der Analyse eingesetzten Software distanzierte sich. Bellingcat habe ein gutes Beispiel dafür geliefert, “wie man eine Analyse nicht machen sollte”, erklärte Neal Krawetz.

Kritikern, die Bellingcats MH17-Analyse anzweifeln, empfahl Higgins ganz uncharmant:  “Lutscht meine Eier”.

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Originalartikel hier: RT Deutsch

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