Berlin: Zwei Drittel neuer Lehrer Quereinsteiger – Zulage für Brennpunktschulen wirkungslos

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Für rund 363.640 Berliner Mädchen und Jungen beginnt am 5. August das Schuljahr 2019/20.

Die Sommerferien in Berlin sind vorbei, ab Montag startet das neue Schuljahr. Obwohl der Senat mit einer Geldprämie ausgebildete Lehrkräfte statt Quereinsteiger in die Brennpunktschulen locken wollte, bleibt diese Initiative noch wirkungslos.

Auch im neuen Schuljahr hat Berlin ein altes Problem: Lehrerstellen mit Pädagogen zu besetzen. Wie die Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) auf der Pressekonferenz zum Schuljahresbeginn mitteilte, sind von 2.734 ab diesem Schuljahr neu eingestellten Lehrkräften nur 1.085 “klassische Lehrer”. Fast zwei Drittel seien Quer- oder Seiteneinsteiger.

Schultaschen auf dem Rücken und Zuckertüten in den Händen gehören bei Erstklässlern am ersten Tag in der Schule quasi zur Grundausstattung. Zu Beginn des Schuljahres 2017/2018 wurden in Deutschland insgesamt 725.257 Kinder eingeschult.

Etwa 250 Pensionäre kehren zudem zeitweise in den Schuldienst zurück. Die Zahl der Quereinsteiger beträgt dieses Jahr über 700. Zu ihnen werden jene gezählt, die beispielsweise ein an den Schulen gelehrtes Fach wie Englisch studiert habe, jedoch keine pädagogische Ausbildung haben. Bei den neu eingestellten Seiteneinsteigern sind es über 930 Personen. Das sind jene, die nur ein verwandtes Fach studiert haben. Jemand mit beispielsweise einem Bachelor im Tourismusmanagement könnte etwa Geographie unterrichten.

Ausgebildete Pädagogen haben trotz 300 Euro mehr monatlich keine Lust auf Schulen in sozialen Brennpunkten

Mit dem Beginn des neuen Schuljahres ist auch bekannt geworden, dass ein Programm des rot-rot-grünen Senats nicht das gewünschte Resultat erzielt hat. Berlin wollte nämlich mit einer Zulage mehr ausgebildete Lehrkräfte in die sogenannten Brennpunktschulen locken und damit die Ballung von Quereinsteigern dort reduzieren. In einigen Einrichtungen beträgt ihr Anteil rund 30 Prozent. Doch die 300 Euro mehr im Monat bleiben ohne Wirkung, der Senat will aber an der Zulage festhalten, wie der Tagesspiegel berichtet. Die Stadt kostet dies rund acht Millionen Euro.

Ende 2018 wurde bewilligt, dass die Lehrer in Schulen in sozialen Brennpunkten zum 1. August 2018 rückwirkend 300 Euro mehr bekommen. Zu den Einrichtungen, die als Brennpunktschulen gelten, werden jene gerechnet, an denen mehr als 80 Prozent der Kinder aus Familien stammen, die auf Sozialleistungen angewiesen sind, und die einen hohen Migrantenanteil haben. Unter den 58 ausgewählten Einrichtungen sind vornehmlich Grund-, Sekundar- und Förderschulen, die größtenteils in den Stadtteilen Neukölln und Mitte liegen.

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Originalartikel hier: RT Deutsch

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