Widerstand? – Cheerio, Ihr Duckmäuser! Macht Euren Dreck alleene!“

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(www.conservo.wordpress.com)

Von Peter Helmes

Das Leid mit den „Ma-mü-dos“ und „Schrei-do-ma-müs“

Es ist das alte Lied, das alte Leid: Unzufrieden mit den „obwaltenden Umständen“, mault man, aber so, daß es „draußen“ niemand hört. Schön in der warmen Stube bleiben und hoffen, daß irgendein Sturm die ganze Misere hinwegfegt – einen selbst aber verschont. Für alles ein Rezept, aber kein einziges selbst erprobt haben. Sollen „die“ doch machen. Wer „die“ ist, ist klar: „wir“! Nur unter „wir“ versteht der liebe Zeitgenosse eben „die anderen“, nicht sich selbst. Er, der liebe Mitmensch, hat auch ein Rezept: Er heizt an – und die anderen sollen gefälligst die Kohlen aus dem Feuer holen. Typisch „Ma-mü-do“.

Volkes Stimme

Es ist wie so oft: „Erkenne Dich selbst, und belaste die andern!“ Oder:

„Hannemann, geh Du voran!“ ist noch immer beliebter als „Hannemann, wir packen an!“ Denn es ist so schön, wenn andere sich ins Getümmel stürzen, während die Duckmäuser aus dem sicheren Häuschen rufen: „Haut sie, haut sie…“! Bloß nicht die eigene Sicherheit aufgeben, aber davon ausgehen, daß sie von anderen verteidigt wird!

Zauberformel „Ma-mü-do“

Hundsfotte allemal, wie Ihr seid! Ich, ja auch ich, bin es leid, ständig Briefe von „Ma-mü-dos“ zu kriegen, die mich auffordern, dies und jenes – und zwar „konsequent und bald“ – zu tun. „Ma-mü-dos“ – das sind Zeitgenossen, die mir unaufhörlich sagen: „Man müßte doch…“. Ich nenne sie schon seit Jahren nach den Anfangsbuchstaben “Ma-mü-do“. Genauso wie die „Schrei-do-ma-ü!“ – „Schreiben Sie doch mal über…! Das gehört in dieselbe Rubrik.

Gerade heute hat mich wieder so ein Edel-Ma-mü-do“ fast 1 Stunde belatschert, „wir müßten doch…!“ Auf meine Aufforderung: „Ja, dann fangen Sie doch ´mal an“, setzte Schnappatmung ein, und er erläuterte mir, was er alles schon geleistet habe. (Nur von Widerstandsaktivitäten hörte ich nichts.)Tapfere Kämpfer, keine Ma-mü-dos

Es gibt sehr simple Beispiele, wie man etwas tun kann, ohne sich allzu sehr zu gefährden. Und wenn viel mehr Menschen sich ein Beispiel daran nähmen, hätten wir schon viel erreicht.

Kampf gegen Abtreibung

  • Da gibt es den Konservativen, der Samstag/Sonntag vor seiner Kirche Flugblätter verteilt gegen die Tötung ungeborenen Lebens. Er verkleinert oft meine Artikel so, daß sie auf Vor- und Rückseite eines DIN-A4-Blattes passen. Ideal zum Kopieren. Sein „Lohn“: Der Pfarrer(!) verbietet ihm die Aktion vor der Kirche. Noch Fragen?
  • Da gibt es den Konservativen, der meine Broschüren kopiert, die Kopien zusammenklebt und dann vervielfältigt. Er verteilt sie an „Zieladressen“.
  • Dann gibt es die Konservativen, die sich vor dem Konferenzort einer CDU-Veranstaltung platzieren und ein Flugblatt verteilen: „Sind Sie noch in der rechten Partei??“

Und viele, viele Beispiele mehr.

Im Klartext:

Es gibt keine Entschuldigung dafür, etwas nicht zu tun. Und schon gar keinen Grund zu warten, bis „andere“ etwas tun. Der „Andere“ kannst DU sein!

—–

Wer immer sich für die gemütlichere Feigheit zuhause entscheidet, dem erzähle ich gerne die Geschichte vom Piratenkapitän Bellamy:

Wie sprach der englische Pirat Samuel Bellamy zum Kapitän eines gekaperten Frachters im Jahr 1716, um ihn zum Übertritt zu überreden?

„Verdammt, Ihr seid ein schniefeliger Hundsbalg, und genauso wie alle, die hinnehmen, von Gesetzen regiert zu werden, die reiche Leute zu ihrer eigenen Sicherheit gemacht haben, weil diesen feigen Hühnerseelen die Courage fehlt, auf andere Weise das zu verteidigen, was sie durch ihre Schurkereien zusammengerafft haben.

Fluch und Blut über dieses ganze Pack gerissener Schufte!

Und über Euch, der Ihr denen als ein Posten hühnerherziger Trottel gerade recht dient! Das ist der einzige Unterschied zwischen mir und Ihnen:

Sie berauben die Armen unter dem Deckmantel des Gesetzes. Und wir plündern die Reichen unter dem Schutz allein unserer Courage!

Wäre es nicht tausendmal besser für Euch, bei uns mitzumachen, anstatt hinter den Ärschen dieser Schufte herzuschnüffeln?

Nein? […] Mit solchen Schwanzwedlern wie Euch ist ja kein Argumentieren, mit derartigen Weichbolden, die jedem Popanz erlauben, sie übers Deck zu pfeifen. Na schön, meinetwegen könnt Ihr laufen, wohin immer Ihr wollt, und denen nach wie vor in die Ärsche kriechen. Solch schäbige Windeln wie Euch zwinge ich zu nichts. […]

Also dann! Haut ab! Verduftet! Enthebt uns der Anstrengung, Euer beleidigtes Gesicht länger in unserer Mitte zu sehen, als unsere Gutmütigkeit erträgt!

Lebt wohl, Kapitän! Euer kleines Beiboot steht zu Eurer Verfügung. Gute Reise! Sprecht nett über uns, und laßt Euch nie wieder blicken! Cheerio!

www.conservo.wordpress.com     6.8.2019

Originalartikel bei: Conservo

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