Bild: Global Panorama via flickr - Lizenz CC BY SA 2.0

Ebola-Krise in Tansania angekommen?

Loading...
Artikel Teilen

Die Ebola-Krise im Ostkongo hält trotz neuer Bemühungen zur Eindämmung des Ausbruchs an. Die Ebola-Fälle nehmen immer noch langsam zu, mit 39 Fällen und 22 Todesfällen zwischen dem 16. und 22. September.

Noch alarmierender ist, dass es Berichte über mögliche Ebola-Todesfälle im großen internationalen Hafen von Dar es Salaam in Tansania gibt. Tansania gehörte nicht einmal zu den Ländern, die zuvor von der WHO als am anfälligsten für die Ausbreitung der Epidemie eingestuft wurden, das waren Burundi, Ruanda, Südsudan und Uganda, an deren belebten Grenzübergängen Ebola-Fälle gemeldet wurden. Reisenwarnungen für das Land wurden von den Regierungen der USA und Großbritanniens ausgestellt.

Die Hauptursache scheint die anhaltende Gewalt und Unsicherheit in der Region zu sein. Fortsetzend was Ärzte ohne Grenzen 2018 als „deutliche Zunahme von Gewalt und Vergewaltigung“ bezeichnete.
Eine Hauptursache ist die gestiegene internationale Nachfrage nach Coltan, einem Mineral, das in der Elektronik verwendet wird und dessen Primärreserven im Ostkongo liegen. Dieses Chaos hat dazu geführt, dass Beschäftigte im Gesundheitswesen zunehmend Verhandlungen mit Mai-Mai führen müssen, lokalen Milizen, die Dörfer vor anderen bewaffneten Gruppen schützen.

Konflikte brauen sich auch zwischen rivalisierenden Hilfsorganisationen zusammen. Ärzte ohne Grenzen hat der WHO vorgeworfen, die Versorgung mit dem neu entwickelten Impfstoff zu rationieren. Sie behaupten, dass zwar jeden Tag genug Impfstoff für 2.500 Menschen verfügbar ist, aber nur ein Bruchteil dieser Zahl ihn erhält – was die WHO mit Nachdruck bestreitet. Unterdessen wurde der kongolesische Ex-Gesundheitsminister Oly Olunga wegen Unterschlagung von Geldern zur Bekämpfung der Ebola verhaftet.

 

Positiv zu vermerken ist, dass ein neuer Impfstoff, der zuvor von Olunga abgelehnt wurde, derzeit in Uganda getestet wird und nächsten Monat im Kongo eingeführt wird. Im Kongo selbst hilft eine Smartphone-App namens Go.Data Mitarbeitern des Gesundheitswesens dabei, Impfkontakte bequemer und diskreter zu verfolgen als mit Papierformularen.

Am 23. September hat der US-Senat einstimmig das Ebola-Eradikationsgesetz verabschiedet, das USAID anweist, bei der Bekämpfung der Epidemie zu helfen. Senator Bob Menendez, der Sponsor der Gesetzesvorlage, behauptet, das Weiße Haus habe zuvor nicht genügend Unterstützung genehmigt.

Ihnen hat der Artikel gefallen? Helfen Sie uns mit einer kleinen Spende
Loading...

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.