Generalstreik gegen geplante Rentenreform in Frankreich – wochenlanges Chaos befürchtet

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Das neue Rentensystem Frankreichs ist für 2025 geplant und soll für alle nach 1963 geborenen Franzosen gelten. Damit werden die Sondersysteme für Berufsgruppen im öffentlichen Dienst abgeschafft. Das frühere Renteneintrittsalter von Beamten wird erschwert. Geringverdienern verspricht die Reform 85 Prozent des Mindestlohns als Rente; jeder eingezahlte Euro soll einem Euro Rente entsprechen. Dies ist aber nicht zum Vorteil der Nutznießer.

Das derzeitige System bezieht nur die letzten sechs Monate mit ein, wenn die Rente berechnet wird. Diese Beiträge sind in den meisten Fällen höher als zu Beginn des beruflichen Lebens. Mit der Rentenreform aber werden alle Zahlungen einbezogen. Anfangsgehälter und Zeiten der Arbeitslosigkeit wirken sich dann negativ auf die Rentenzahlungen aus. 

Laut Regierungschef Édouard Philippe handelt es sich um eine Reform, die mehr Gerechtigkeit schafft. Während laut einer Umfrage von Ifop 76 Prozent der Franzosen für ein neues Rentensystem sind, befürworten 46 Prozent den geplanten Generalstreik. 

Im Jahr 1995 hatte ein Streik dazu geführt, dass die damals geplante Rentenreform nicht durchgesetzt wurde. Frankreich hatte sich damals im Ausnahmezustand befunden. Der damalige Regierungschef Alain Juppé musste zurücktreten. 

Jetzt im Jahr 2019 ist es erneut soweit: Ab dem 5.Dezember soll gestreikt werden, auch diesmal gegen die geplante Rentenreform. Die französische Regierung fürchtet ein Chaos durch den flächendeckenden Streik. Aufgerufen zum Streik haben unter anderem die Pariser Verkehrsbetriebe. Öffentliche Verkehrsmittel werden nicht fahren, die Straßen durch Lastwagenfahrer blockiert sein. Viele Franzosen haben durch private Benzinvorräte vorgesorgt, falls der Weg zur Tankstelle versperrt ist und der Streik, wie befürchtet, Wochen andauern sollte. Unter den Streikenden werden sich auch Feuerwehrleute, Ambulanzfahrer und Krankenhausmitarbeiter befinden. 

Am Wochenende kamen die Minister zusammen, um sich zu beraten. An einer gemeinsamen Erklärung im Anschluss fehlte es. 

Weiterlesen: RT Deutsch

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